Lemurencrew - Evolutions Finest

Wir fliegen zum Mond, fördern Millionen Jahre alte Brennstoffe und sind die einzigen Lebewesen, die dumm genug sind, sich binnen kürzester Zeit selbst zu erlegen. Was bewegt die Spezies Mensch? Wie intelligent sind wir wirklich? Aktuelle Fallbeispiele aus Nachrichten, Web und Sonstigem zeigens vor.

Erst neulich zerbrach ich mir mit einem Freund (schön wars Roi) bei einem netten Pint Guinness den Kopf, warum es die Tierschutzbewegung nach wie vor nicht schafft eine stimmenstarke Lobby zu stellen. Nach dem 3. Stout fiel uns die Antwort wie Schuppen vor den Augen. Den Kaufstraßen Demonstranten und Nerzmäntelsprayern fehlt einfach das smarte Auftreten, die Seriösität und vor allem der notwendig lässige Witz - der Ansprechpartner fesseln soll. Es stimmt schon, das Leben einer Laborratte ist nicht witzig. Dennoch, niemand möchte sich seinen Shopping Streifzug mit Bildern von massakrierten Tierchen, deren qualvoller Tod von eben unserem Kaufverhalten unterstützt wird, vermiesen. Und das kann auch die heftige Kompromittierung von Jute tragenden Rasta Mädels nicht ändern.

Endlich hat's jemand kapiert - Konstruktive Kreativität transportiert die ernste Botschaft leichter als anprangern, schocken und Protest Songs schreiben. Der internationale Tierschutzfonds (IFAW) produzierte mit der Werbeagentur Springer & Jacoby einen genialen Viral Marketing Clip, der sich bereits seinen Weg durh die Blogosphäre bahnt. Ein Planewatcher filmt einen afrikanischen Elefanten beim Anflug an die Flughafen Landebahn - Die Aussage "Wenn sie kommen wollten, würden sie's tun" verweist auf die Illeagalimports und tierischen Urlaubssouvenirs.

Trotz tiefschürfendem Content ein herzhaft amüsantes Video, bitteschön:



Scoop
(via: Ideentower)

Was soll man dazu sagen; Die Firma Sprehe nimmt den Medienhype rund um Präsident Obama auf und benennt kurzerhand seine panierten Hühnerstreifchen "Obama Fingers" und verpackt diese in Stars & Stripes. Einen Spritzer Curry Dip gibts oben drauf - und das alles um EUR 2,69. Hier ist Schmalhans Küchenmeister!

Doch nun anstatt aus dem Häuschen zu sein, dass satte 500g Geflügelteile günstiger sind als das Sonnenblumenöl aus dem sie gebacken wurden, mokiert man sich über die "political correctness". Der Spiegel spricht von rassistischer Taktlosigkeit - ein Politwissenschaftler in den New York Daily News vom Angriff an Afro Amerikaner. Wir sagen: "Seid doch bitte nicht kleinlich! Die wusstens scheinbar nicht besser!"

Dass die Namenswahl vor Einfallslosigkeit strotzt ist offenkundig, aber gleich einen politischen Faux-Pas hinein zu interpretieren ist wohl etwas übertrieben. Bitte denken wir nur an Parallelen bei den beliebten Original Salzburger Mozart Kugeln, oder im Englischen "Mozart Balls" genannt. Wäre Amadeus glücklich über die kommerziell zweideutige Ausschlachtung seiner kleinen Virtuosen Testikel? Der stolze John Montagu, Earl of Sandwich hätte sich wohl auch die Kugel gegeben, hätte die ganze Welt seinen Namen zu Lebzeiten ausschließlich mit einem Thunfischbrötchen mit Gürkchen in Verbindung gebracht!

So bitten wir höflichst um ein bisschen mehr Entspannnung und die Fähigkeit nicht jedes Wort auf die Waagschale zu legen. Da finden wir doch die Idee eines findigen Wirten in St. Pölten bei Weitem pietetloser. Dieser nutzte den Medienrummel der Inzest Prozesse der letzen Tage und wollte glattweg ein "Fritzl-Schnitzel" in seiner Speisekarte führen. Hier dreht sich doch der Magen des schlimmsten Gourmet Banausen um. Das ist klar PFUI PFUI


Bildquelle: http://www.werbeblogger.de/wp-content/uploads/2009/03/obamafingers.jpg
(via: Werbeblogger)



Scoop

Geiz ist bei Ryanair schon lange geil. Seitdem sich aber Kerosinpreise im Höhenkoller, internationale Passagierzahlen jedoch aufgrund erhöhter Mitbewerber im Sturzflug befinden, kann der Fluggast dieser Geilheit nicht mehr viel abgewinnen. Kreative Zusatzkosten lassen den Preis der Konkurrenz gefährlich nahe kommen.

Aus eigener Erfahrung wuchs so mein letzter London Flug von EUR 19,99 (Return Flight) auf EUR 164,31 durch:
  • € 28,97 Airport Tax Heimatflughafen
  • € 30,35 Airport Tax London Stansted
  • € 10,00 Bearbeitungsgebühr (5,- p. Flug)
  • € 10,00 Gebühr für die Abfertigung am Flughafen (5,- p. Flug)
  • € 20,00 1 Gepäckstück bis 15kg (10,- p. Flug) - (Hatte zu langen Aufenthalt um nur mit Handgepäck zu fliegen, das wär gratis gewesen)
  • € 45,00 Übergepäckszuschlag bei Rückflug (der billige Sterling verführte mich einfach zum Shoppen)
  • Von der 5 stündigen Verspätung wollen wir gar nicht sprechen...
Um diesem Kostenwahn die Krone aufzusetzen melde Ryanair kürzlich die Überlegung fürs Pinkeln-Gehen an Board Eintritt zu verlangen, was aber kurzerhand vom Management doch wieder als "Scherz" zurückgewiesen wurde.

Nun ist der Ideenpool Ryanairs scheinbar ausgelaufen. Auf ihrer Website ruft die Fluglinie zum Wettbewerb für die originellsten Zusatzgebühr-Idee auf. Bis 30.03.09 ist es möglich, Vorschläge einzureichen - Dem Gewinner winken EUR 1.000,- in cash.

Neben moderaten Zahlungsverpflichtungen, wie EUR 1,- für die Verwendung der Sauerstoffmasken, ist die Benützung der Notausstiege mit EUR 25,- schon etwas happig. Der Einsendung eines produktiven Hobbymarketers können wir aber dann doch etwas abgewinnen:
EUR 50,- und die Cabin Crew hopst im Bikini an dir vorbei.
Da würde der lästige Sandwich Kauf endlich zum Augenschmaus mutieren. Ob diese Idee zum Verkauskracher wird, entscheidet schlussendlich Ryanair Chief Executeive Michael O'Leary. Uns wird jedenfalls die Möglichkeit geboten mit frechem Einfallsreichtum schnell mal EUR 1,000 abzusahnen - Wir sagen DANKE und geben unsren Senf dazu!

(via: Krone.at)



Scoop

Als Marketingmensch ziehe ich meinen Hut und murmle leise "Chapeau!" Hat hier doch Audi in Kooperation mit Electronic Arts wieder einmal tief in die Guerilla Marketing Trickkiste gegriffen!

Seit 17.02. ist es auf der Audi Media Website möglich, sein eigenes 4 Ringe Vehikel zu zimmern und der Welt einen Blick auf die persönlichen automobilen Zukunftsvisionen zu gewähren. Bis 31.03.09 läuft zudem ein Wettbewerb in dem das beste Design fürs Jahr 2025 gesucht wird. Dem Sieger winkt ein Besuch in der Ingolstädter Blechschmiede und ein 2 Nächte VIP Schneetreiben in St. Anton am Arlberg. Aus unzähligen Designelementen, Materialien, futuristischen Antriebsmöglichkeiten, Farben und Karosserieteilen, die jedem Pimper das Wasser in die Augen treiben kreierst du den Hingucker des Genfer Autosalons 2025.

Diesem Online Spielchen liegt das erfolgreiche EA-Evolution Game Spore zu Grunde, wo Kreaturen, absurde Ökosysteme, Welten, ja sogar ganze Universen im Setzkastenbaustil frei gestaltet und in Communities getauscht werden. Spore hostet im Moment über 700 Mio. Figuren von Spaßdesignern aus aller Welt. Alles was man dazu braucht, ist das Spore Labor ab € 9,99 und schon schlüpft man in die Rolle des weißbärtigen Flip-Flop Trägers und lässt wirre Eigenkreationen aus der evolutionären Ursuppe emporsteigen.

Der Audi Design Wettbewerb SPORE pusht beide symbiontischen Marken und konfrontiert den Endverbraucher mit seinen Produkten. Nebenbei werden sich Analysten von Audi wohl zukünftige Trends und Kundenwünsche im Hinterstübchen behalten. Ein geniales Marketingkonzept? Oder aber liegt es vielleicht bloß daran, dass die kreativen Köpfe bei Audi schön langsam die Schnauze voll haben, immer die gleiche Kiste zu basteln. Nun mal ehrlich, im Audi Design der letzten 20 Jahre sucht man leider vergebens nach "AHA" und "na da schau her" Erlebnissen. Für manche vielleicht ein Zeichen für deutsche Beständigkeit - wir hoffen dennoch auf das blitzblau schwebende TT Quattro Ufo.


Bildquellen: http://www.audi.de/de/brand/de/erlebniswelt/audi_multimedial/audi_design_wettbewerb.html, http://eu.spore.com/whatisspore/platforms.cfm

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